allo Du - vergiss nie die Freude am Leben

Wirkung

„Wann warst du mal so richtig sehnsüchtig?“ fragte ich meinen Vater.

„Das ist ganz einfach. Damals als ich deine Mutter das erste mal gesehen habe in diesem Weinlokal in Amsterdam.

Sie stand da am Tresen und wartete. Schaute auf die Uhr und ihr Blick streifte mich. Ich folge ihrem Blick. Für einen kurzen Moment sah sie mich an. Die Wirkung auf mich war unbeschreiblich. Ihr Blick traf mich und ich fühlte es bis tief in mein Herz.

Dann brachte ihr der Barkeeper eine Tasse Kaffee und sie drehte sich um und ging aus dem Lokal raus zu den Tischen am Bürgersteig.

Dort wartete ein Mann auf sie. Verdammt da kam die Wirkung, dachte ich das ja wieder typisch – da sehe ich mal eine tolle Frau und die ist in festen Händen. Ja mein Engel, da in diesem Moment fühlte ich eine so irre starke Sehnsucht in mir. Ja ja da war ich mehr als ungeduldig in der Zeit des Wartens.“ mein Vater lächelte.

„Das war aber ein romantischer Moment. “ gab ich zurück.

Die Wirkung

in unserem Leben hat nichts mit der Ausstrahlung zu tun. Es geht dabei einzig um die Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen. Grundsätzlich passiert es ja gerne, das wir am Morgen aufwachen und uns einen Plan zulegen wie wir den Tag so rum bringen. Da kommt die Wirkung und dieser zu folgen zu kurz.

Klar, ohne Plan sind wir planlos. Doch was genau ist schlimm daran planlos zu sein und dem Universum zu folgen. Vertraue in das was kommt. Das abzubilden was wir lieben. Das zu spüren was wir wollen. Das zu erkennen und zu spüren was uns gemein ist.

Wenn du nur dem unter liegst was du dir vorstellst, bekommst du nur das was du dir vorstellst. Beobachte dort wo du sonst nie hinsieht.

Folge der Eingabe. Folge deinem Herzen, es ist der beste Wegweiser.

Robert mein Freund, zum Thema Wirkung.

Robert war zwar oft ein richtiger Blödmann, hatte die unmöglichsten Ideen. Doch wenn es darauf ankam ernst bei der Sache zu sein, musste ihm das niemand sagen. Er wusste, wann die Zeit für Blödheiten war und wann die Zeit war zu arbeiten. An sich oder an einem Projekt. Robert nahm es ernst. Deshalb war er ja auch der Spaßvogel oft, weil er dies ebenfalls so ernst nahm.Damals vor 3 Jahren, wir waren beide auf der Rückfahrt von meiner Geburtstagsfeier.

Beide auf unseren Puch 250er Motocross Maschinen, passierte mir ein Lenkfehler und ich flog im hohen Bogen in den Straßengraben.

Ich konnte mich nicht bewegen. Robert blieb sofort stehen, hüpfte von seiner Maschine. Kam zu mir. Sah mich kurz an. Schrie nicht bewegen. Holte eine lange Schneestange, die an den Straßen eingeschlagen wurden um bei Schneefall den Straßenverlauf nachzuzeichnen.

Schob diese unter meinen Rücken. Danach band er oben über meine Brust bis abwärts ein Band, woher er es genommen hatte keine Ahnung er wickelte es hart um mich.

Gerade noch das ich Luft bekam. Danach hielt er das nächste kommende Auto an, um den Fahrer zu bitten im Ort nach der Rettung zu telefonieren. Was dieser auch machte. Es waren in etwa 30 Minuten vergangen seit meinen Sturz, schon stand die Rettung da mit Blaulicht.

Mir wurde übel.„He Leute achtet mir auf sein Rückgrat ich habe das Gefühl das ein Wirbel gebrochen ist.“ sagte Robert mit einer Stimme wie sie für einen 15 Jahre alten Jungen ungewöhnlich war.

Der Notarzt sah ihn an:“Woher willst du das wissen!“

„Das ist nicht der Punkt, Doktor, bitte achten sie einfach darauf. Wenn es nicht stimmt ist ja nichts passiert, wenn es stimmt haben wir gewonnen.“

Robert wartete auf die Wirkung seiner Worte beim Notarzt.

„Stimmt auch wieder. Leute macht was der junge Mann sagte. Barre drunter und langsam drauflegen. Behandelt mir den jungen Mann wie ein rohes Ei.“ der Arzt gab weitere Anweisungen.

Ich hörte das meiste nicht ich sah nur Robert. Spürte dann plötzlich seine Hand auf meiner. Kalt. Er sass neben mir im Rettungswagen.„Das wird wieder Sam, ich verspreche es dir.“

Im Krankenhaus stellten sie fest das mein 3 Brustwirbel gebrochen war. Hätte Robert nicht so gehandelt wie er gehandelt hatte, heute würde ich bestimmt im Rollstuhl sitzen und er würde mich durch die Welt rollen.

Das war Robert mein bester Freund. Er war nicht mein bester Freund, weil er mir schon öfter mal den Arsch gerettet hat. Nein. Er war mein bester Freund. Dafür gab es keinen Grund, aber es gab tausend Gründe weshalb er mir ab Herbst täglich fehlen wird.

Wieso Robert das alles wusste, damals 1978?

„Du bist nicht überheblich. Erinnerst du dich an meinen Motorradunfall? Der Notarzt fragte dich woher du das wissen willst. Er konnte nicht wissen, das deine Mutter Professor auf der MedUni ist. Das du sozusagen viele Stunden als 3 Jähriger in Hörsälen, an der Seite deiner Mutter verbracht hast, weil Dein Vater in Paris oder London war. Er konnte auch nicht wissen, das du mit deinem Vater Monate verbracht hast als er Studien für seine Medikamente verifizierte und du ihm öfter Mal im Auto aus diesen Berichten vorgelesen hast. Deine Wirkung kam und kommt immer aus dir, aus deinem Herzen.

Ich denke mal, das du damals mehr gesehen gehört hast, als dieser Notarzt, wie sich ein gebrochener Rückenwirbel anfühlte. Doch was hast du gemacht, hast du dein Wissen breitgetreten. Nein, du wusstest, das jetzt Sekunde entscheiden war, und gingst den Weg den der Mann verstanden hat, was ist schlimm wenn sie es trotzdem versuchen? Das hast du gesagt. Robert!“

Das ist Wirkung ohne zu planen – dem Herzen folgen.

blitze über dem Land